Beschreibung
Berlin, Lithographisches Institut, 1938.
62 : 43 cm. 2 leaves, 5 numbered leaves, 17 coloured plates printed on transparent paper Original half cloth portfolio.
250,00 EUR
Buch- und Kunstantiquariat
245,00 €
TSCHECHOSLOWAKISCH-DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE KONFLIKTGESCHICHTE 1918-1939. – Tschechoslowakischer Nationalstaat mit oder ohne sudetendeutsche Minderheit? – Trotz diverser politischer Absprachen zwischen tschechischen und slowakischen Politikern in der französischen, britischen und amerikanischen Emigraton während des Ersten Weltkrieges – vor allem im Abkommen von Pittsburgh im Mai 1918 – wurde die erste Tschechoslowakische Republik nicht als tschechisch-slowakischer Nationalitätenstaat (etwa wie Österreich-Ungarn), sondernals „tschechoslowakischer“ Nationalstaat von 6,8 Millionen Tschechen und knapp 2 Millionen Slowaken (das waren zusammen 64,79 % der Gesamtbevölkerung von 1921) konstituiert. Ein „Geburtsfehler“, den die siegreichen Westmächte und ihre maßgebenden Politiker und Diplomaten zu verantworten hatten, war allerdings die ungefragte Einbeziehung von gut 3,2 Millionen Deutschen (23,64 %), 760.000 Magyaren (5,60 %), 477.000 Karpato-Ukrainern (3,51 %), 190.000 Juden (1,40 %, nach der Nationalität) und 110.000 Polen (0,81 %), die somit mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachten. Hinzu kam, dass der Großteil der neuen Minderheiten in den Grenzgebieten lebte: die Deutschen in Nord- und Südböhmen, in Nord- und Südmähren, so- wie im Westteil von (Österreichisch-)Schlesien; die Polen in dessen Ostteil, dem ehemaligen Herzogtum Teschen; die Magyaren im Süden der Slowakei und der Karpato-Ukraine; die Ukrainer in der Karpato-Ukraine und in der nordöstlichen Slowakei. Neben der von den Sudetendeutschen, Österreich und Deutschland kritisierten Abgrenzung der böhmischen Länder blieb sowohl die neue Grenzziehung zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn als auch zwischen der Tschechoslowakei und Polen umstritten, da die Alliierten wirtschaftliche, eisenbahntechnische und militärstrategische Argumente den ethno-politischen und kulturellen vorzo- gen. Ob allerdings ein wirklicher „Nationalstaat“ der Tschechen, Slowaken und Karpato-Ukrainer (1921 etwa 9,3 Millionen Einwohner) – also ohne deutsche, magyarische und polnische Mehrheitsgebiete – außen- und innenpolitisch unumstrittener geblieben wäre und bessere Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten aufgebaut hätte, ist nicht zu beweisen. (jstor)
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Berlin, Lithographisches Institut, 1938.
62 : 43 cm. 2 leaves, 5 numbered leaves, 17 coloured plates printed on transparent paper Original half cloth portfolio.
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